Studentenbuden.
HWO Science City Zürich, Referenz: Bauberatung, Ausschreibung, Realisierung

Hintergrund im Vordergrund

Jedes Projekt schreibt seine eigene Geschichte.

Geprägt ist diese von festen Rahmenbedingungen, von hohen Anforderungen und Erwartungen, von klugen Lösungen und professioneller Leitung. Der Blog verschafft Ihnen Einblicke in ausgesuchte Projektgeschichten. 

Knutwiler Architekturwettbewerb nutzt digitale Methoden

18.09.2023 — Beim Architekturwettbewerb rund um die Erneuerung des Dorfzentrums entschied sich die Gemeinde Knutwil für ein digitales Verfahren: 3D-Volumenmodelle waren ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbs und die eingereichten Projekte konnten dadurch virtuell erlebt werden.

Die Büro für Bauökonomie AG unterstützte die Gemeinde bei der Durchführung des Wettbewerbs, führte das BIM-Management aus und setzte die vergleichende Kostenschätzung aller eingereichten Projekte um.

Fünf regionale Architekturbüros wurden zur Teilnahme am Projektwettbewerb eingeladen und aufgefordert, ergänzend zu den Gipsmodellen und Planabgaben ebenfalls digitale 3D-Volumenmodelle einzureichen. Dazu diente ein Leitfaden, in welchem die Modellierungsrichtlinien dokumentiert waren. Die Jurymitglieder wie auch die Auftraggebenden schätzten, dass sie die Modelle virtuell erleben konnten und dadurch Raumzusammenhänge besser erschliessen konnten. Die soziale Komponente und der Austausch vor Ort während der Jurierung wurde als ebenso wichtig empfunden. Auch aus der Sicht der BfB AG ist ein digitales Modell eine Bereicherung im Projektwettbewerb. Digitale Methoden werden aus diesem Grund vom Luzerner Unternehmen weiterentwickelt und laufend eingesetzt.

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BfB AG Luzern zieht um

15.09.2023 — Nach knapp 30 Jahren an der Zähringerstrasse 19 im Luzerner Bruchquartier, steht für den Niederlassungssitz der Büro für Bauökonomie AG ein grosser Schritt bevor: Ab 6. November 2023 ist die BfB AG neu im aufstrebenden Mattenhof-Areal in Kriens anzutreffen.

Nach der Gründung der Einzelfirma «Büro für Bauökonomie» bezog die Firma Büroräumlichkeiten an der Mariahilfgasse 2a in Luzern. Aufgrund Personalzuwachs wurden grössere Räumlichkeiten benötigt: 1975 zieht die BfB AG an die Habsburgerstrasse 30 in Luzern. Doch das Wachstum macht vor der BfB AG keinen Halt; 1995 zählt die Firma bereits über 20 Angestellte und bezieht die neu umgebauten Räumlichkeiten an der Zähringerstrasse 19 in Luzern. Nun, rund dreissig Jahre später, verlässt die BfB AG das Bruchquartier in Luzern: Die Räumlichkeiten sind knapp, über mehrere Stockwerke verteilt und werden den heutigen digitalen Anforderungen nicht gerecht.

Von Luzern nach Kriens
Nach längerer Suche nach passenden Räumlichkeiten zieht die BfB AG per 06. November 2023 ins Mattenhof-Areal in Kriens. Im Gebäude «Am Mattenhof 14» bezieht sie die 5. Etage und die Hälfte der 4. Etage. Im oberen Geschoss können die BfB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter konzentriert ihrer Arbeit nachgehen, während im unteren Stockwerk Fachplanende und Unternehmungen Vergabegespräche führen, Sitzungen mit Bauherrschaften stattfinden oder Jurierungen von Projektwettbewerben durchgeführt werden. Letztere können sogar rein digital erfolgen: Ein geplanter immersiver Raum schafft eine digitale Umgebung, in der digitale Gebäudemodelle gemeinsam geprüft und beurteilt werden können. Ein Aufenthaltsraum mitsamt grosser Küche und vielen Sitzmöglichkeiten bietet Platz für zukünftige gemeinsame Mittagessen oder einem spontanen Anstossen zum Feierabend. Im Büroumbau wurde auf das Know-how der Innenarchitektur- und Flächenmanagement-Spezialisten von Raumunddesign aus Wolhusen gesetzt und gemeinsam eine angenehme und positive Arbeitsumgebung kreiert. 

Neuer Stadtteil «LuzernSüd»
«LuzernSüd» ist ein Entwicklungsschwerpunkt des Kantons Luzern. Die Transformation des Gebietes ist in vollem Gang. In den nächsten 20 Jahren werden hier schrittweise Wohnungen und Arbeitsplätze für 10‘000 bis 15‘000 Menschen geschaffen, wie beispielsweise die Überbauungen «Matteo», «Nidfeld», «Schweighof» oder «Mattenplatz» zeigen. Auf dem Campus Horw der Hochschule Luzern – Technik & Architektur und der Pädagogischen Hochschule werden künftig 4‘000 Studierende in «LuzernSüd» zu Ingenieuren, Architekten und Lehrpersonen ausgebildet. Kreativität wird im Kampus Südpol gelebt, wo u.a. 500 angehende Musikerinnen und Musiker an der Hochschule Luzern - Musik ausgebildet werden. Der benachbarte S-Bahnhof Mattenhof wie auch der Autobahnanschluss sind in nur wenigen Minuten erreichbar. Die Stadt ist via «Freigleis», dem Velo- und Fussgängerhighway Luzerns, schnell erreichbar.

Wir freuen uns auf den bevorstehenden Umzug und sind gespannt, was uns in den neuen vier Wänden und im Mattenhof-Quartier erwartet. Viele spannende Projekte, herausfordernde Arbeiten und eine gute Zusammenarbeit ist dabei garantiert.

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Gemeinsames Glockenläuten bei der Schulanlage Wolfsmatt in Dietikon

12.09.2023 — Eine Erweiterung und Sanierung der Schulanlage Wolfsmatt in Dietikon ist bis 2028 geplant. Die Stadt lancierte ergänzend einen Wettbewerb «Kunst am Bau». Das Siegerprojekt «Klangtraube» von Lorenz Olivier Schmid beinhaltet fünf Glocken, das ein «Ein- und Ausläuten» von besonderen Momenten ermöglicht. So können zukünftig beispielsweise die Schulkinder den letzten Schultag vor den Sommerferien mit einem Glockenläuten gemeinsam ausklingen lassen.

Im Frühling 2023 lancierte die Stadt Dietikon einen Wettbewerb «Kunst am Bau» beim laufenden Bauprojekt der Erweiterung und Sanierung der Schulanlage Wolfsmatt. Der Fokus der Ausschreibung lag auf dem Aussenraum, der als Interventionsperimeter definiert wurde. Die Wahl der Materialien und Ausdrucksmittel wurde nicht vorgegeben und kritische Auseinandersetzungen wie auch sinnliche Erlebnisse waren denkbar. «Das Werk soll als zeitgenössischer Kommentar lesbar sein, der zu Reflexionen anregt und den Schulbetrieb bereichert.», forderte die Stadt.

Klangraum-Erweiterung der Schulanlage 
«Klangtraube» von Lorenz Olivier Schmid ging als Sieger hervor. Schmid beschreibt sein Werk als eine Klangraum-Erweiterung der Schulanlage Wolfsmatt. Der Künstler verlängert die fünf Säulen des neuen Pavillons optisch mit aufgesetzten, elegant wirkenden Stelen auf dem Dach. In der Projektpräsentation wird erwähnt, dass die Notation der Fünfklänge in der Musik einer Traube gleicht – und auf das Dach jeder Pergola doch eine Traube gehöre. Der Titel «Klangtraube» verweist darauf – die Stelen haben die Funktion von Glocken. Sie können mit einem mechanischen Anschlag über einen Seilzug zum Klingen gebracht werden. Im Schulalltag sollen die Glocken besondere Momente ein- oder ausläuten. Die im Alltag verschlossene Anschlagmechanik wird zu bestimmten Anlässen geöffnet. Dann können fünf Kinder gemeinsam die Glocken läuten und ein Ritual im Schulalltag zusätzlich mit Bedeutung aufladen. Weil das Werk nicht immer zugänglich ist, zelebriert es die Besonderheit des Moments. Lorenz Olivier Schmid beschreibt sein Werk als einzigartiges Instrument, «das den Aussenraum zum Resonanzraum werden lässt. Indem es zu ausgesuchten Zeiten von den Schülerinnen und Schülern bespielt wird — etwa an den letzten Schultagen vor bzw. an den ersten nach den Ferien — wird das gemeinsame Erklingenlassen zu einem Ritual gelebter Selbstwirksamkeit, das den Lauf des Schuljahres musikalisch umrahmt». Nicht nur die minimalistisch anmutende Setzung auf dem Dach, sondern auch die Idee, dass die Klänge im Alltag nicht verfügbar sind, aber gezielt zugänglich gemacht und damit im Schulalltag bewusst eingesetzt werden können, überzeugt die Jury.

Wertvolles Beispiel einer Schweizer Pavillonschule
Weil die Schulanlage Wolfsmatt in der Zürcher Stadt Dietikon altersbedingt sanierungsbedürftig ist und die Standards der heute gültigen Unterrichtsformen nicht mehr erfüllt, lancierte die Stadt 2018 einen anonymen, selektiven Projektwettbewerb. Das Projekt «Im Grünen» vom Generalplanerteam unter dem Zürcher Architekturbüro Bünzli & Courvoisier wurde zum Sieger auserkoren. Das Projekt hält am Grundgedanken der Pavillonschule fest und ergänzt und integriert die erforderlichen Erweiterungsbauten, wobei die umliegenden Freiräume erhalten bleiben. Die Anlage wurde in den 1950er-Jahren vom Dietiker Architekt Julius Senn geplant und realisiert und im Jahr 1962 bezogen. Sie besteht aus diversen zwei- und dreigeschossigen Pavillons, die sich um einen V-förmigen Zugangshof gliedern. Weil die Schulanlage ein typisches Beispiel einer Pavillonschule der 50er- und 60er-Jahren darstellt, befindet sie sich im kantonalen Inventar der schutzwürdigen Bauten und Anlagen.

Neben zwei weiteren Primarklassenzügen sollen ebenfalls heute fehlende Gruppenräume sowie zusätzliche Horträume, eine Turnhalle und ein Mehrzweckraum ergänzt werden. Ebenfalls sind Verpflegungs- und Betreuungsräume (Hort) sowie Unterrichtsräume für Förderung vorgesehen. 

Geplanter Schulbetrieb per 2028/2029
Im September 2023 findet die Abstimmung zum Baukredit statt. Wird dieser genehmigt, soll der Spatenstich voraussichtlich 2024 erfolgen, so dass der Schulbetrieb im Schuljahr 2028/2029 aufgenommen werden kann und Schmids Glocken hoffentlich zum ersten Mal erklingen werden.

Die Büro für Bauökonomie AG (BfB AG) begleitet die Bauherrschaft seit Projektbeginn. Einerseits führten wir die vergleichende Kostenschätzung im Rahmen des Wettbewerbs mitsamt Kostenplausibilisierung zum Vorprojekt wie auch zum Bauprojekt durch und verantworten andererseits das projektbezogene Qualitätsmanagement.

Bauherrschaft: Stadt Dietikon
Architektur: Bünzli & Courvoisier Architekten, Zürich
Landschaftsarchitektur: Krebs & Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur
Kunst am Bau: Lorenz Olivier Schmid, Küttigen
Visualisierung: ARGE Bünzli & Courvoisier Architekten und b+p Baurealisation

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Neues Oberwiler Gemeindehaus wurde bezogen

06.09.2023 — Nach rund fünfjähriger Planungs- und Bauphase wurde das neue Gemeindehaus in Oberwil im Mai 2023 eingeweiht. Im neuen Gebäude können sämtliche Dienstleistungen der Gemeindeverwaltung zentral an einem Ort von den Einwohnenden bezogen werden.

An der Einweihungsfeier am Freitag, 05. Mai 2023, begrüssten Gemeindepräsident Hanspeter Ryser und André Schmassmann, Leiter Gemeindeverwaltung, als Vertreter der Bauherrschaft im neuen Gemeindehaus an der Hauptstrasse 24 in Oberwil rund 140 geladene Gäste. Mit weiteren Ansprachen wandten sich Gemeinderat Urs Hänggi und Stephan Möhring, Inhaber des Basler Architekturbüros BGM und beauftragter Generalplaner, an die anwesenden Gäste und Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung.

Neuordnung und Stärkung des Dorfzentrum Oberwils
Der Neubau des Gemeindehauses markiert den Beginn einer Neuordnung und Stärkung des historischen Dorfzentrum Oberwils. Zur Erstellung des Projektentwurfs setzte sich das Basler Büro «BGM Architekten» vertieft mit historischen Entwicklung des Dorfes auseinander und stellt im Sinne einer kritischen Rekonstruktion als Ersatzneubau des in den 60er Jahren abgerissenen Dorfschulhauses die kompositorischen Qualitäten des historischen Siedlungskörpers wieder her.

Als 6 geschossiger kompakter Baukörper mit kleinem Fussabdruck im beengten Dorfkern Oberwils schafft die Setzung des neuen Gemeindehaues einen zusätzlichen neuen öffentlichen Raum, den Gemeindehausplatz.

Herz des Hauses ist der lichtdurchflutete Innenhof. Eine offene Bürolandschaft um den zentralen Innenhof und das hier unmittelbare Zusammentreffen von Kunden und Mitarbeitern verkörpert fernab von dem allgemeinen Klischee der staubigen Amtsstube das Bild einer offenen bürgernahen Gemeindeverwaltung.

5 jährige Planungs- und Realisierungsphase
Im April 2019 bewilligte die Oberwiler Gemeindeversammlung einen Kredit in der Höhe von 18,19 Mio. Franken für den Neubau der Verwaltung, nachdem die Versammlung zuvor im Dezember 2017 den entsprechenden Planungskredit gesprochen hatte. Im Sommer 2018 wurde im Rahmen eines Architekturwettbewerbes das Projekt von BGM Architekten als Sieger erkoren.

Die Büro für Bauökonomie AG erstellte die Grobkostenschätzung der Baukosten und den Kostenvoranschlag. Neben der Ausschreibung nach dem öffentlichen Beschaffungswesen führte die BfB AG die Bauleitung aus.

Bauherrschaft: Gemeinde Oberwil
Architektur: BGM Architekten, Basel
Landschaftsarchitektur: Uniola AG, Zürich
Fotografie: Roland Bernath, Zürich

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Veranstaltungsformat «Fokus: Raum» im Kleintheater Luzern

28.08.2023 — Die BfB AG lädt zusammen mit dem Kleintheater Luzern im Rahmen der neu lancierten Veranstaltungsreihe «Fokus: Raum» zur Diskussion unterschiedlichster Raumfragen. Am Dienstag, 26. September 2023 um 18.30 Uhr geht «Fokus: Raum» in die erste Runde. Fachleute diskutieren Fragen zum Thema «Realität virtueller Räume».  

Wir werden uns daran gewöhnen: Virtuelle, also nur im Digitalen existierende Objekte, Landschaften oder auch Räume. Sie prägen zunehmend, was und wie wir sehen, erleben und handeln. Umso mehr stellt sich die Frage: Wie «real» sind die virtuellen Welten? Welche Art von Gesellschaft entsteht in ihnen? Und wie wirken sie auf unsere physisch-körperliche Realität und Integrität zurück? Wir freuen uns, diese Fragen unter der Moderation des Philosophen Rayk Sprecher mit folgenden Fachleuten zu diskutieren:

Evelyne Jost, Architektin und BIM-Expertin
Tobias Matter, Forscher im Bereich Visual Narrative
Georges T. Roos, Zukunftsforscher
Zeljko Savic, Architekt/BIM-Experte

Die Veranstaltungsreihe «Fokus: Raum» bringt Menschen, die Räume planen, gestalten und nutzen, in einen Austausch. Diskutiert wird im Kleintheater regelmässig, was Räume ausmacht, unter welchen Bedingungen sie genutzt werden, und wie sie das Handeln der Menschen darin beeinflussen.

Mehr Informationen: Kleintheater Luzern

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BIM-Daten geben beim Neubau AVS Aargau den Takt vor

23.08.2023 — Beim Aargauer Amt für Verbraucherschutz (AVS) hat momentan BIM das Sagen: Die digitale Methode ist zurzeit ausschlaggebend für die Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten.

Bereits in der Planung wurde auf die digitale Planung zurück gegriffen und auch jetzt in der Ausführung wird der Mehrwert genutzt. (Mehr dazu: «Mithilfe von digitaler Planung zum neuen Labor AVS Aargau», 24.02.2023). Die Büro für Bauökonomie AG verantwortet beim Bauprojekt die BIM-Gesamtkoordination.

Kurz gesagt: Virtuelle Gebäudemodelle unterstützen übergreifend die Arbeitsprozesse. Dadurch lassen sich komplexe Zusammenhänge einfacher visualisieren. Mithilfe von Augmented Reality können Fachmodelle direkt in die gebaute Umgebung auf der Baustelle visualisiert werden und die Konstruktion vor Ort ist somit einfacher zu prüfen. Der Bauprozess gewinnt an Struktur und ist weniger fehleranfällig. Erfahren Sie im Video, wie die Daten aus dem BIM-Modell auf die Baustelle gebracht werden.

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Wohnüberbauung Eu in Menzingen bietet 43 Wohnungen

05.07.2023 — In der Berggemeinde Menzingen im Kanton Zug schaffte die Hilfsgesellschaft Menzingen mit der Wohnüberbauung «Eu» bezahlbaren Wohnraum. Die rund 43 Wohnungen wurden im vergangenen November 2022 bezogen.

Im Südosten von Menzingen, rund 300 Meter vom Dorfzentrum entfernt, realisierte die Hilfsgesellschaft Menzingen zwölf Eigentumswohnungen und 31 Mietwohnungen für rund 28.5 Millionen Franken[RG1] . Menzingen liegt in der voralpinen Landschaft mit fast unberührten Hochmooren. Die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde

hat sich dank weitsichtiger Planung zu einem bevorzugten Wohngebiet mit wachsender Bevölkerung entwickelt. Die zentrale Lage im Herzen der Schweiz macht Menzingen zum attraktiven Standort.

Preiswerter Wohnraum in Miete und Eigentum
Gegründet im Jahr 1851, war die soziale Hilfsbereitschaft von Beginn an Ziel und Zweck der Hilfsgesellschaft Menzingen. Die Hilfsgesellschaft stellte unter anderem ein Haus für die Lehrschwestern vom Heiligen Kreuz in Menzingen für die Heranbildung von Lehrerinnen, aber auch ein Waisenhaus und ein Armenhaus, später Krankenhaus genannt, zur Verfügung. Aus diesem Krankenhaus wurde später das grosse Zentrum Luegeten mit Pflegeheim und Alterswohnungen. Die Hilfsgesellschaft Menzingen ist heute als Aktionärin der Luegeten AG Mitträgerin des «Luegeten, Zentrum für Pflege und Betreuung» und unter anderem Eigentümerin der Alterswohnungen Luegeten.

Die Parzelle Nr. 425 mit rund 6500 m2 konnte die Hilfsgesellschaft vor rund 50 Jahren erwerben. Auf diesem Areal war damals ein Neubau für das bestehende Kinderheim Marianum geplant. Diese wurde jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht realisiert, weshalb das Grundstück unbebaut blieb. Mit der Überbauung Eu beabsichtigte die Hilfsgesellschaft Menzingen preiswerten Wohnraum in Miete und Eigentum für Familien, Kleinhaushalte aber auch Einzelpersonen zu realisieren. Zu planen waren attraktive Wohnungen mit funktionalen Grundrissen und ökonomischem Flächenverbrauch im vernünftigen Preis- und Leistungssegment. Zur Ausarbeitung dieser Überbauung wurde im 2017 ein Architekturwettbewerb lanciert, um den geeigneten Partner für den Neubau zu finden.

Projektwettbewerb auf Einladung
Das Baarer Büro AmreinHerzig Architekten GmbH ging als Sieger aus dem Projektwettbewerb hervor, der auf Einladung unter sechs Architekturbüros durchgeführt wurde. Bereits im Programm zum Projektwettbewerb wurde darauf hingewiesen, dass die Raumgliederung, die Adressbildung und die Wegführung der zu planenden Wohnüberbauung anhand der bestehenden Erschliessungsmöglichkeiten und der Topografie der Parzelle besondere Aufmerksamkeit verlangt. Ergänzend war wichtig, dass die Überbauung sensibel zum angrenzenden Landschaftsraum agiert, umgekehrt jedoch den Rand des Siedlungsgebietes einer beliebten Wohngemeinde definiert. AmreinHerzig Architekten organisierte die geforderten Wohnungen in zwei Baukörpern – in einem Gebäude die Eigentumswohnungen und im anderen Gebäude die Mietwohnungen. Eine klar definierte Wegführung über den «Euweg» ermöglicht eine effiziente Erschliessung und eine einfache, eindeutigen Adressierung der vier Hauseingänge.

Nach der Durchführung des Projektwettbewerbes im 2017 wurde die Ausarbeitung des Projektes sowie die Kostenermittlungen vorgenommen. Das Projekt wurde Ende Februar 2020 genehmigt, worauf im darauffolgenden Herbst die Aushubarbeiten aufgenommen wurden. Ende 2022 konnten die 43 Wohneinheiten bezogen werden.

Die Büro für Bauökonomie AG führte die Wettbewerbsbegleitung mit vergleichender Kostenschätzung sowie die Fachplanerausschreibung durch. Ab Projektstart begleitete die Büro für Bauökonomie AG die Hilfsgesellschaft Menzingen in der Rolle der Bauherrenvertretung und war gleichzeitig für die Käuferbetreuung der Eigentumswohnungen verantwortlich.

Bauherrschaft: Hilfsgesellschaft Menzingen
Architektur: AmreinHerzig Architenten GmbH, Baar ZG

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Bachstrasse in Horw: von 74 auf 180 Wohnungen

21.06.2023 — Die Baugenossenschaft Familie Horw plant im Quartier Bachstrasse in Horw eine etappierte Ersatzüberbauung. Zehn in die Jahre gekommene Mehrfamilienhäuser sollen durch acht Neubauten ersetzt werden. Aus dem Architekturwettbewerb gingen die Zürcher Büros Guignard & Saner Architekten AG und Berchtold.Lenzin Zürich GmbH  als Sieger hervor.

Es handelt sich bei der Ersatzüberbauung an der Bachstrasse um das grösste Bauprojekt in der 77-jährigen Geschichte der Baugenossenschaft Familie Horw (BGF). Die BGF engagiert sich seit über 75 Jahren aktiv für den Bau, Erwerb und Erhalt von preiswertem Wohnraum in der Gemeinde Horw. Gegründet 1946 mit dem Ziel, auf gemeinnütziger Basis preislich günstige Wohnungen für Familien und auch ältere Personen zu erstellen, ist sie heute mit total 217 zentral gelegenen Wohnungen in 19 Liegenschaften in der Gemeinde vertreten und zählt damit zu den grösseren Anbietern von bezahlbarem Wohnraum in Horw.

Zukunftsszenario mit einer etappierten Ersatzüberbauung
Im Quartier Bachstrasse ist die BGF Eigentümerin von 15 Liegenschaften mit 161 Wohnungen, alle im preisgünstigen Segment. Die ersten Bauten sind mit Gründung der BGF in den 40er Jahren entstanden, weitere kamen in den 60er, 70er und 80er Jahren dazu. Zehn dieser Liegenschaften sind in die Jahre gekommen, die Wohnungsgrundrisse nicht mehr zeitgemäss und aufgrund des schlechten Baugrunds sind teilweise Setzungen zu verzeichnen. Aufgrund der Mängel in der Bausubstanz und der Möglichkeit, an zentraler Lage verdichtet zu bauen, fasste die BGF ein Zukunftsszenario mit einer etappierten Ersatzüberbauung ins Auge. Dazu wurde im 2022 ein anonymer Projektwettbewerb auf Einladung unter acht Architekturbüros durchgeführt.

Z-förmige Gebäude bieten innenräumliche Qualitäten
Im Wettbewerb hat sich das Projekt «Serpente» der Zürcher Architekten Guignard & Saner sowie der Landschaftsarchitekten Berchtold.Lenzin Zürich GmbH durchgesetzt. Das Projekt «Serpente» besteht aus acht Gebäuden mit rund 180 Wohnungen und fällt durch seine z-förmige Hausform auf. Gemäss dem Jurybericht bietet diese Form überraschende innenräumliche Qualitäten. Die Häuser werden in Ortbeton, mit Fassaden aus Holzelementen, ausgeführt. Die Wohnungen sind flächenmässig grösser, als bis anhin, und die Anzahl steigt von heute 74 auf 180 Wohnungen. Dies entspricht dem Ziel der Gemeinde zur Förderung des preisgünstigen Wohnraums. Die Überbauung wird dafür voluminöser und entspricht der Höhe der gegenüberliegenden Seite des Dorfbachs. Dank der geschickten Anordnung und der z-förmigen Gebäude bleiben trotzdem genügend Freiräume bestehen.

Ersatzüberbauung in drei Etappen
Zunächst soll im 2025 der Ersatz der Liegenschaft Bachstrasse 12 in Angriff genommen werden. Danach folgen in drei Etappen, von 2027 bis 2035, sieben sechsstöckige, z-förmige Gebäude zwischen der Bachstrasse und dem Promenadenweg.

Die Büro für Bauökonomie AG begleitete das Wettbewerbsverfahren und führte die Vergleichende Kostenschätzung für zwei Projekte durch.

Bauherrschaft: Baugenossenschaft Familie Horw
Architektur: Guignard & Saner, Zürich
Landschaftsarchitektur: Berchtold.Lenzin Architekten GmbH, Zürich

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Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg wird zu Polizei- und Justizzentrum erweitert

01.06.2023 — Der bestehende Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg (SSB) soll zu einem Polizei- und Justizzentrum (PJZ) mit insgesamt rund 320 Arbeitsplätzen erweitert werden. Eine breit abgestützte Jury hat das Siegerprojekt aus einem Projektwettbewerb erkoren. Das Projekt wird nun weiterentwickelt, damit der Kantonsrat anschliessend über die Ausgabenbewilligung für den Bau beschliessen kann.

Seit 2007 ist der Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg (SSB) in Betrieb. Er bietet aktuell rund 85 Arbeitsplätze für Polizei, Justizvollzug und Staatsanwaltschaft. An diesem Standort ist auch das Kantonsgefängnis untergebracht. Doch wie zurzeit viele andere Kantone plant auch der Kanton Schwyz, die Ämter räumlich zu zentralisieren. Deshalb soll die Verwaltung langfristig an den beiden Standorten Schwyz und Biberbrugg konzentriert werden. So ist es nicht verwunderlich, dass zeitgleich zum Projektwettbewerb für das PJZ in Biberbrugg parallel ein Wettbewerb für das neue Verwaltungs- und Sicherheitszentrum Kaltbach und ein Studienverfahren für die Umnutzung der ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Bahnhofstrasse (beide in Schwyz) stattfand.

Siegerprojekt für Umsetzung erkoren
Der Kantonsrat hat bereits im Februar 2019 mit einer klaren Mehrheit einer Ausgabenbewilligung in der Höhe von 4.1 Mio. Franken für die Projektierung des PJZ Biberbrugg zugestimmt. Für den anschliessend durchgeführten offenen Projektwettbewerb im selektiven Verfahren haben sich 31 Generalplanerteams beworben. Zehn Teams wurden zur Teilnahme zugelassen und neun davon haben daraufhin im Sommer 2022 ein Projekt eingereicht. Eine fachlich und politisch breit abgestützte Jury hat das Projekt «topos» des Generalplanerteams um das Zürcher Büro Penzel Valier Architekten AG Ende November 2022 dank einem überzeugenden städtebaulichen Ansatz zum Sieger erkoren und zur Weiterbearbeitung empfohlen. Der Regierungsrat hat diesem Antrag zugestimmt.

Gut abgestimmtes Gesamtensemble aus Bestands- und Neubau
Das zur Weiterbearbeitung ausgewählte Projekt besticht insbesondere durch die Setzung eines eigenständigen Baukörpers, welcher in den unteren Geschossen gut an den Bestandsbau angebunden ist. Dieser Lösungsansatz ermöglicht es, sowohl den Bestands- als auch den Neubau den betrieblichen Anforderungen entsprechend optimal zu betreiben und schafft ein neues, gut abgestimmtes Gesamtensemble. Damit positionierte sich das Siegerprojekt unabhängig und losgelöst vom bestehenden Sichtbetongebäude. Lediglich die Untergeschosse sind aus organisatorischen Gründen miteinander verbunden. «Durch die räumliche Trennung des Neubaus und die abgedrehte Position parallel zum Flussverlauf wird das PJZ und dessen Adressbildung durch zwei eigenständige Gebäudepersönlichkeiten bestimmt, die gemeinsam einen Zugangsplatz definieren», ergänzt die Jury. In seiner architektonischen und volumetrischen Gestaltung gliedert sich der Neubau gut in das Landschaftsbild ein und ist als reiner Holzbau auf zwei massiven Untergeschossen konstruiert. Darüber hinaus legt das Projekt grossen Wert auf die Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen wie etwa die Einhaltung des Minergie-A Standards sowie die Realisierung einer grossflächigen Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Zentralisierung an einem Standort
Der bestehende Sicherheitsstützpunkt in Biberbrugg soll zu einem Polizei- und Justizzentrum (PJZ) mit insgesamt rund 320 Arbeitsplätzen erweitert werden. Dabei sollen insbesondere alle nicht ortsgebundenen Polizeieinheiten an diesem Standort zusammengeführt werden. Im Weiteren wird beabsichtigt, auch die gesamte Staatsanwaltschaft und das ganze Amt für Justizvollzug, welche heute noch auf verschiedene Standorte im Kanton aufgesplittet sind, im PJZ anzusiedeln. Diese strategische Konzentration von Polizei, Untersuchungs- sowie Vollzugsbehörden und dem Gefängnis bietet diverse Vorteile und gute Voraussetzungen für effiziente betriebliche Abläufe. Schliesslich soll auch das Amt für Migration nach Biberbrugg verlegt werden, womit nicht zuletzt einer im Kantonsrat früher wiederholt gestellten Forderung nach einer Verschiebung des Passbüros in die Kantonsmitte Rechnung getragen werden kann. Durch die Aufhebung der heutigen dezentralen, teuren Mietlösungen können zudem Mietkosten im Umfang von rund 1 Mio. Franken pro Jahr eingespart werden.

Weiterentwicklung des Siegerprojekts
Gestützt auf das vorliegende Wettbewerbsergebnis werden zurzeit die detaillierten Anforderungen an das Polizei- und Justizzentrum verfeinert, woraufhin sich auch die notwendigen Investitionskosten genauer beziffern lassen werden. Läuft alles nach Plan, könnte ab Ende 2027 das neue Polizei- und Justizzentrum Biberbrugg in Betrieb gehen.

Die Büro für Bauökonomie AG führte beim Polizei- und Justizzentrum die Wettbewerbsorganisation und -begleitung sowie die Jury- und Expertentätigkeit aus und war für die vergleichende Kostenschätzung der Projekte verantwortlich. 

Bauherrschaft: Baudepartement Kanton Schwyz
Architektur: Penzel Valier Architekten, Zürich
Landschaftsarchitektur: Bischoff Landschaftsarchitektur GmbH, Baden

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